KI-Notizen: Alibaba, Chips und britische Koalitionen

Was diese Woche sonst noch passiert ist – drei Entwicklungen, die ich kurz festhalten will.

Alibaba veröffentlicht Qwen3.5

Am 17. Februar hat Alibaba das nächste Modell seiner Qwen-Familie veröffentlicht: Qwen3.5 mit 397 Milliarden Parametern. Alibaba behauptet, das Modell halte Schritt mit führenden westlichen Modellen von OpenAI, Anthropic und Google DeepMind. Die Benchmarks sind selbst gemessen – das sollte man immer mitdenken, wenn Unternehmen ihre eigenen Ergebnisse zitieren.

Was mich daran interessiert: Qwen3.5 unterstützt 201 Sprachen und Dialekte, deutlich mehr als das Vorgängermodell. Das ist keine technische Spielerei, sondern ein Signal über Alibabas Ambitionen. Sie bauen nicht für den chinesischen Markt. Sie bauen für globale Expansion, besonders in Märkten, wo westliche Anbieter sprachlich schwach aufgestellt sind.

Es ist das dritte oder vierte chinesische Modell in kurzer Zeit, das ich an dieser Stelle kommentiere. Das Muster ist konsistent: schnelle Iteration, offene Gewichte, Preis unter westlicher Konkurrenz. Qwen3.5 fügt sich nahtlos ein.

KI-Nachfrage erzeugt globalen Speicherchip-Engpass

Bloomberg berichtet über eine wachsende Knappheit bei DRAM – der grundlegenden Speichertechnologie, auf der praktisch alle Computer basieren. Treiber ist die KI-Nachfrage. Tesla, Apple und ein Dutzend weitere Unternehmen haben signalisiert, dass die Chip-Engpässe ihre Produktion einschränken werden. Micron Technology nennt die Situation „beispiellos“. Elon Musk hat angekündigt, Tesla werde eine eigene Speicherchip-Fabrik bauen.

Das illustriert etwas, das bei all den Modell-Releases manchmal untergeht: KI-Wachstum ist nicht nur ein Software-Problem. Es ist ein physisches Ressourcenproblem. Strom, Wasser für Kühlung, Chips – das alles ist endlich. Wie schnell die Infrastruktur den Kapazitätsbedarf erfüllen kann, ist eine offene Frage, die in den nächsten Jahren konkret werden wird.

UK, OpenAI und Microsoft stärken KI-Sicherheitskoalition

OpenAI und Microsoft haben diese Woche frische Mittel für das britische „Alignment Project“ des UK AI Security Institute zugesagt. Die Initiative existiert seit Juli 2025 – Anthropic und AWS waren von Anfang an dabei. Mit OpenAI und Microsoft wächst das Funding jetzt auf über 27 Millionen Pfund. 60 Forschungsprojekte in acht Ländern erhalten Mittel.

Ich lese das vorsichtig optimistisch. Nicht weil ich sicher weiß, dass solche Koalitionen liefern. Sondern weil die Alternative – jedes Land kocht sein eigenes Süppchen bei KI-Sicherheitsstandards – deutlich schlechter wäre. Wenn es gelingt, gemeinsame Prüfmethoden zu etablieren, bevor die wirklich kritischen Systeme live gehen, wäre das etwas Substanzielles. Was auffällt: Die Ankündigung wurde beim AI Impact Summit in Neu-Delhi gemacht. KI-Governance findet zunehmend in Kontexten statt, in denen auch der globale Süden am Tisch sitzt – das ist keine Selbstverständlichkeit.

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