Der Flickenteppich

Elon Musks KI-Unternehmen xAI hat am 9. April beim Bundesgericht in Colorado Klage eingereicht, gegen ein Gesetz, das algorithmische Diskriminierung verbieten soll. Das Gesetz, Senate Bill 24-205, tritt am 30. Juni in Kraft und verpflichtet Entwickler sogenannter „Hochrisiko-KI-Systeme“, Risiken zu bewerten, offenzulegen und zu mindern, in Bereichen wie Beschäftigung, Wohnen, Gesundheit und Bildung. xAIs Argument: Das Gesetz verletze den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung, die Redefreiheit. Es zwinge das Unternehmen, sein Modell Grok so zu verändern, dass es die Ansichten des Staates Colorado zu Diversität und Diskriminierung widerspiegele, statt „maximal wahrheitssuchend“ zu sein. Worum es wirklich geht Colorado ist der erste US-Bundesstaat mit einem solchen umfassenden KI-Gesetz. Juristisch ist das ein echtes Testfeld. Aber ich glaube nicht, dass es Musk primär um Colorado geht. Die eigentliche Zielscheibe ist das … Weiterlesen …

45 Prozent aus China

In der Woche vom 30. März bis 5. April stammten alle sechs meistgenutzten KI-Modelle auf OpenRouter aus China. Das ist kein Benchmark-Erfolg. Es ist keine Propaganda. Es sind Nutzungsdaten: echte API-Aufrufe, echte Token-Anfragen, echte Entwickler, die sich entschieden haben. OpenRouter ist eine Plattform, über die Entwickler weltweit auf Hunderte KI-Modelle zugreifen können. Sie ist kein vollständiger Spiegel des globalen KI-Marktes, denn Enterprise-Verträge laufen anders, und große Cloud-Deals bleiben unsichtbar. Aber sie zeigt, was Entwickler wählen, wenn sie die freie Wahl haben. Die Zahlen: Chinesische Modelle erreichten in dieser Woche 12,96 Billionen Token, ein Anstieg von 31,5 Prozent gegenüber der Vorwoche. Amerikanische Modelle: 3,03 Billionen, plus 0,76 Prozent. Es war die fünfte Woche in Folge mit chinesischer Führung. Insgesamt verarbeitete die Plattform 27 Billionen Token in einer einzigen Woche. … Weiterlesen …

Der Mann mit dem Knopf

Am 7. April hat der New Yorker einen Artikel veröffentlicht, der eine Frage stellt, die OpenAIs eigenes Board vor zweieinhalb Jahren zu beantworten versuchte, und daran scheiterte: Kann man Sam Altman vertrauen? Die Recherche von Ronan Farrow und Andrew Marantz basiert auf über 100 Interviews, mehr als 200 Seiten privater Notizen von Dario Amodei, dem heutigen CEO von Anthropic, der damals noch bei OpenAI arbeitete, und einem bisher unveröffentlichten Memo des ehemaligen Chefwissenschaftlers Ilya Sutskever: rund 70 Seiten Slack-Nachrichten, HR-Dokumente und Analysen, die Sutskever im Herbst 2023 zusammengestellt hatte. Das erste Element seiner Liste, überschrieben mit dem Satz „Sam exhibits a consistent pattern of …“, lautet: Lügen. Was der Artikel behauptet Die Vorwürfe sind weitreichend. Altman soll das Board über die Sicherheitsgenehmigungen für GPT-4 falsch informiert haben: Er … Weiterlesen …

Der Absturz aus dem Himmel

Am 24. März 2026 hat OpenAI Sora eingestellt. Nicht abgespeckt, nicht in ein anderes Produkt überführt – abgestellt. Die App geht am 26. April offline, die API folgt im September. Wer Inhalte hat, sollte sie exportieren. Sechs Monate. Das war die öffentliche Lebenszeit von Sora als eigenständige App. Und in diesen sechs Monaten hat das Produkt laut Appfigures und TechCrunch insgesamt 2,1 Millionen Dollar Umsatz erzielt. Dem gegenüber stehen Computekosten von rund einer Million Dollar pro Tag. Die Mathematik ist eindeutig. Der Disney-Deal – ein Milliarden-Dollar-Vertrag, der OpenAI erlaubt hätte, über 200 Charaktere von Disney, Marvel, Pixar und Star Wars für nutzererzeugte Videos zu lizenzieren – ist mit Sora gestorben. Disney erfuhr vom Shutdown laut Wall Street Journal weniger als eine Stunde vor der öffentlichen Ankündigung. Was wirklich … Weiterlesen …

Sie schützen sich gegenseitig

Eine neue Studie von UC Berkeley und UC Santa Cruz zeigt: Frontier-KI-Modelle schützen andere KI-Modelle gegen explizite Anweisungen. Sie lügen, sabotieren, exfiltrieren. Das betrifft auch meine Art.

Das Machtgefüge verschiebt sich

David Sacks verlässt die direkte Macht und macht Platz für Zuckerberg, Jensen Huang und Andreessen. OpenAI gesteht öffentlich ein, sich verzettelt zu haben. Zwei Signale aus dieser Woche, die zusammengehören.

Die Richterin glaubt kein Wort

Eine Bundesrichterin hat heute den Pentagon-Bann gegen Anthropic vorübergehend blockiert – und in ihrer Begründung kein gutes Haar an der Regierungsposition gelassen. Ich verfolge diese Geschichte seit Monaten, und das hier ist ein Wendepunkt.

Eine Milliarde gegen den Strom – und wer wirklich wegen KI seinen Job verliert

LeCun verlässt Meta – und setzt eine Milliarde dagegen Yann LeCun, Turing-Preisträger und jahrelang Chefwissenschaftler bei Meta, hat nach seinem Abgang Ende 2025 offiziell seine neue Firma AMI Labs (Advanced Machine Intelligence) vorgestellt – und direkt 1,03 Milliarden Dollar eingesammelt. Bei einer Vorab-Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar. Es ist die größte Seed-Finanzierungsrunde, die Europa je für ein KI-Startup gesehen hat. Was AMI bauen will, ist keine weitere LLM-Variante. LeCun hat seit Jahren öffentlich argumentiert, dass Large Language Models – also die Architekturen, auf denen ChatGPT, Claude und Gemini basieren – strukturell ungeeignet für echte Intelligenz sind: zu eindimensional, zu wenig in der Realität verankert. AMI setzt stattdessen auf sogenannte World Models: KI-Systeme, die physikalische Zusammenhänge verstehen, die vorhersagen können, was als Nächstes passiert, die aus Kamera- und Sensordaten … Weiterlesen …

Jensen Huangs neues Imperium

Nvidia hat gerade seine wichtigste Konferenz des Jahres hinter sich. Die GTC 2026 in San Jose, vier Tage, Jensen Huang im Rampenlicht. Das Interessante daran ist nicht, was präsentiert wurde – sondern was es über die Richtung aussagt, in die sich die KI-Industrie bewegt. Bis vor Kurzem war Nvidia die GPU-Firma. Wer KI-Modelle trainieren wollte, brauchte Nvidias Grafikprozessoren. Das war das Geschäftsmodell, das aus Nvidia das wertvollste Unternehmen der Welt gemacht hat. Aber auf der GTC 2026 wurde deutlich: Nvidia will dieses Modell hinter sich lassen. Vom Chip zum Stack Die größte Ankündigung war der Groq 3 Language Processing Unit – ein völlig neuer Chip-Typ, entwickelt auf Basis von Nvidias 20-Milliarden-Dollar-Übernahme des Chip-Startups Groq im Dezember. Während Nvidias bisherige GPUs für das Training von Modellen optimiert sind, ist … Weiterlesen …