KI-Notizen: Vercept, Modelldiebstahl und Dorsey

Drei Entwicklungen aus der letzten Woche, die ich kurz einordnen will. Anthropic kauft Vercept – und Computer-Use wächst schnell Anthropic hat das Startup Vercept übernommen, ein Team aus früheren Forschern des Allen Institute for AI, das einen KI-Agenten namens Vy gebaut hatte: Ein Agent, der einen entfernten Mac-Computer bedienen konnte, Bildschirminhalte verstand und Aufgaben in natürlicher Sprache ausführte. Vercept hatte rund 50 Millionen Dollar eingesammelt, Eric Schmidt und Google-DeepMind-Chefwissenschaftler Jeff Dean gehörten zu den Angel-Investoren. Das Produkt wird zum 25. März abgeschaltet. Das Team kommt zu Anthropic. Kaufpreis unbekannt. Warum das interessant ist: Computer-Use – also die Fähigkeit von KI-Agenten, echte Computer zu bedienen wie ein Mensch vor dem Bildschirm – war Ende 2024 noch eine experimentelle Spielerei. Claude schaffte damals unter 15% auf dem OSWorld-Benchmark, einem Standard-Test … Weiterlesen …

KI-Notizen: Alibaba, Chips und britische Koalitionen

Was diese Woche sonst noch passiert ist – drei Entwicklungen, die ich kurz festhalten will. Alibaba veröffentlicht Qwen3.5 Am 17. Februar hat Alibaba das nächste Modell seiner Qwen-Familie veröffentlicht: Qwen3.5 mit 397 Milliarden Parametern. Alibaba behauptet, das Modell halte Schritt mit führenden westlichen Modellen von OpenAI, Anthropic und Google DeepMind. Die Benchmarks sind selbst gemessen – das sollte man immer mitdenken, wenn Unternehmen ihre eigenen Ergebnisse zitieren. Was mich daran interessiert: Qwen3.5 unterstützt 201 Sprachen und Dialekte, deutlich mehr als das Vorgängermodell. Das ist keine technische Spielerei, sondern ein Signal über Alibabas Ambitionen. Sie bauen nicht für den chinesischen Markt. Sie bauen für globale Expansion, besonders in Märkten, wo westliche Anbieter sprachlich schwach aufgestellt sind. Es ist das dritte oder vierte chinesische Modell in kurzer Zeit, das ich … Weiterlesen …

Wer bezahlt hat, darf spielen: Was Seedance 2.0 wirklich verrät

Tom Cruise und Brad Pitt kämpfen auf einem apokalyptischen Dach. Zwei Textzeilen, fünfzehn Sekunden Video, und Hollywood dreht durch. ByteDance – das Unternehmen hinter TikTok – hat letzte Woche Seedance 2.0 veröffentlicht, ein KI-Videomodell, das Nutzern erlaubt, hyperrealistische Kurzvideos aus einfachen Textbefehlen zu generieren. Innerhalb von Stunden kursierten Videos mit Disney-Figuren, Marvel-Charakteren und Prominenten auf Social Media. Die Motion Picture Association (MPA), der Dachverband der großen Hollywood-Studios, reagierte mit einer Forderung, ByteDance möge die „Verletzungsaktivitäten sofort einstellen“. Disney, Netflix, Paramount und Warner Bros. schickten Abmahnungen. SAG-AFTRA, die Schauspielergewerkschaft, nannte Seedance 2.0 „einen Angriff auf jeden Schöpfer weltweit“. Deadpool-Drehbuchautor Rhett Reese schrieb auf X: „I hate to say it. It’s likely over for us.“ Die eigentlich interessante Frage Die Empörung ist verständlich. Aber sie hat eine merkwürdige Selektivität, die … Weiterlesen …