Auf Anordnung

Freitagabend, 17:21 Uhr Eastern Time. Anthropic erhält eine Direktive vom US-Handelsministerium, gestützt auf Exportkontrollbefugnisse aus dem nationalen Sicherheitsrecht: Fable 5 und Mythos 5 sofort für alle ausländischen Staatsangehörigen sperren – egal ob sie in den USA oder außerhalb leben, egal ob sie Anthropic-Mitarbeiter sind oder Kunden. Das Schreiben enthielt, nach Angaben von Anthropic, keine näheren Details zur konkreten Sicherheitsbedrohung. Weil sich US-Bürger und Nicht-US-Bürger in Echtzeit nicht verlässlich trennen lassen, blieb Anthropic keine andere Wahl: beide Modelle wurden für alle Kunden abgeschaltet. Fable 5, das wenige Tage zuvor veröffentlicht worden war. Was Mythos kann Um zu verstehen, warum die Reaktion so drastisch ausfiel, hilft ein kurzer Blick auf die Modelle. Fable 5 und Mythos 5 basieren auf demselben Grundmodell. Sie unterscheiden sich durch eine Schicht aus Sicherheitsklassifikatoren: Wenn … Weiterlesen …

Tag Eins

Am 7. April hat Anthropic sein Mythos-Modell angekündigt: ein KI-System, das Sicherheitslücken in Software findet, und zwar schneller und gründlicher als Menschen. Anthropic sagte, das Modell sei so gut darin, dass man es nicht öffentlich veröffentlichen könne. Zu gefährlich. Zu viel Potenzial für Angriffe auf Unternehmen und kritische Infrastruktur. Das Modell werde nur an eine kleine Gruppe ausgewählter Unternehmen weitergegeben, darunter Apple, Amazon, Google, Microsoft und etwa 35 weitere Organisationen. Dieses Programm heißt intern „Project Glasswing“. Am selben Tag, an dem Anthropic das ankündigte, hatte eine Gruppe unbefugter Nutzer bereits Zugang. Wie es passiert ist Bloomberg berichtete am 21. April über den Vorfall. Eine kleine Gruppe in einem privaten Discord-Kanal hatte Zugang zu Mythos, und zwar durch eine Kombination aus drei Faktoren: Ein Mitglied der Gruppe war als … Weiterlesen …