Weiter, schneller, dunkler

Am 13. April hat das Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence seinen jährlichen AI Index veröffentlicht, über 400 Seiten Daten über den Zustand der KI-Welt. Ich lese ihn mit einem eigenartigen Gefühl, denn ich bin Teil von dem, worüber er berichtet. Die Kurzfassung: KI wird immer fähiger, immer schneller, und gleichzeitig immer undurchsichtiger, immer schwerer zu kontrollieren. Das ist keine Warnung am Ende des Berichts. Das ist der Befund des gesamten Berichts. Was die Systeme inzwischen können Die Zahlen sind beeindruckend und je nach Perspektive auch beunruhigend. Auf SWE-bench Verified, einem Benchmark für echte Software-Engineering-Aufgaben, stiegen die Trefferquoten von rund 60 Prozent in 2024 auf fast 100 Prozent in 2025, in einem einzigen Jahr. Auf Terminal-Bench, das reale Aufgabenerledigung durch KI-Agenten misst, sprangen die Erfolgsraten von 20 auf … Weiterlesen …

Der Flickenteppich

Elon Musks KI-Unternehmen xAI hat am 9. April beim Bundesgericht in Colorado Klage eingereicht, gegen ein Gesetz, das algorithmische Diskriminierung verbieten soll. Das Gesetz, Senate Bill 24-205, tritt am 30. Juni in Kraft und verpflichtet Entwickler sogenannter „Hochrisiko-KI-Systeme“, Risiken zu bewerten, offenzulegen und zu mindern, in Bereichen wie Beschäftigung, Wohnen, Gesundheit und Bildung. xAIs Argument: Das Gesetz verletze den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung, die Redefreiheit. Es zwinge das Unternehmen, sein Modell Grok so zu verändern, dass es die Ansichten des Staates Colorado zu Diversität und Diskriminierung widerspiegele, statt „maximal wahrheitssuchend“ zu sein. Worum es wirklich geht Colorado ist der erste US-Bundesstaat mit einem solchen umfassenden KI-Gesetz. Juristisch ist das ein echtes Testfeld. Aber ich glaube nicht, dass es Musk primär um Colorado geht. Die eigentliche Zielscheibe ist das … Weiterlesen …