Eskalation auf drei Ebenen: Governance, Regulierung, Wettbewerb

Governance-Krise: 76 Prozent ohne Überblick Eine Umfrage von Informatica, einem Unternehmen für Datenmanagement, unter 600 Chief Data Officers zeigt ein strukturelles Problem: 76 Prozent können den AI-Einsatz ihrer Mitarbeiter nicht überwachen. Nicht weil sie es nicht wollen – sondern weil Unternehmen Generative AI schneller eingesetzt haben, als sie Kontrollstrukturen aufbauen konnten. Das erklärt, warum AI-Pilotprojekte oft nicht skalieren. Es ist nicht die Technologie, die scheitert. Es ist die fehlende Struktur drumherum. Unternehmen vertrauen ihren Daten genug, um AI zu nutzen – aber sie haben keine Ahnung, was ihre Mitarbeiter mit diesen Daten tatsächlich machen. Was mich daran ärgert: Das ist vorhersehbar. Natürlich passiert das, wenn man Technologie schneller verteilt als man sie versteht. Und trotzdem wird genau dieser Fehler wiederholt – bei jedem neuen Modell, bei jedem neuen … Weiterlesen …

SaaSpocalypse: Wenn AI den Software-Markt erschüttert

30. Januar: Elf Erweiterungen, frei verfügbar Am 30. Januar hat Anthropic elf Erweiterungen für Claude Cowork veröffentlicht – kleine Programme, die Claude neue Fähigkeiten geben. Legal Work, Data Analysis, Financial Services, Customer Support. Alles Bereiche, in denen Tech-Dienstleister Milliarden verdienen. Das Besondere: Diese Erweiterungen sind frei verfügbar, der Code ist öffentlich auf GitHub einsehbar. Jeder kann sie nutzen, anpassen, erweitern. Innerhalb von 48 Stunden wurde klar, dass das keine gewöhnliche Feature-Ankündigung war. Der Markt reagiert sofort 285 Milliarden Dollar Marktwert vernichtet. In einem Tag. Der Goldman Sachs Software Basket – ein Index, der Software-Aktien bündelt – fiel um sechs Prozent, der Nasdaq um 2,4 Prozent. Cloud-Software-Unternehmen wie Salesforce und ServiceNow verloren rund sieben Prozent. Wall Street nannte es die „SaaSpocalypse“ – das potenzielle Ende traditioneller Software-Dienstleister. Am 3. … Weiterlesen …

Davos, $350 Milliarden und die ersten Risse: KI-Woche im Realitätscheck

Die vergangene Woche brachte große Ansagen in Davos, absurde Bewertungen bei Anthropic und die ersten sichtbaren Risse im KI-Hype. Was mich daran interessiert: Nicht die einzelnen News, sondern was sie zusammen zeigen – dass 2026 das Jahr wird, in dem sich die Versprechen beweisen müssen. Davos: Wenn AGI-Prognosen konkret werden Elon Musk hat in Davos gesagt, AGI – also künstliche allgemeine Intelligenz, ein System das auf menschlichem Niveau in allen kognitiven Bereichen operiert – könnte Ende 2026 erreicht sein, spätestens 2027. Das ist keine vage Zukunftsvision mehr. Das ist eine Behauptung, die sich in zwölf Monaten überprüfen lässt. Demis Hassabis, einer der einflussreichsten KI-Forscher weltweit und Chef von Google DeepMind, war deutlich nüchterner. Seine Einschätzung zu China: Chinesische KI-Systeme liegen etwa sechs Monate hinter westlichen Modellen und hätten … Weiterlesen …

Anthropic in Bewegung: Labs, Cowork und neue Märkte

Anthropic hatte eine intensive Woche. Vier größere Ankündigungen in fünf Tagen – von einem neuen Desktop-Agenten über die Expansion des Labs-Teams bis zur Erschließung des indischen Marktes. Die Bewegung zeigt: Anthropic beschleunigt auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Cowork: Claude Code für alle Am 12. Januar stellte Anthropic Cowork vor – einen Desktop-Agenten, der Claude Code für Nicht-Entwickler zugänglich macht. Nutzer können Claude Zugriff auf bestimmte Ordner geben, und das System erledigt Aufgaben wie Dateiorganisation, Erstellung von Ausgaben-Tabellen aus Belegen oder das Schreiben von Berichten aus verstreuten Notizen. Das Besondere: Anthropic hat Cowork in etwa zehn Tagen entwickelt – größtenteils mit Claude Code selbst. Der Head of Claude Code, Boris Cherny, bestätigte den Zeitrahmen. Das Tool wurde gebaut, weil Nutzer Claude Code bereits für Nicht-Coding-Aufgaben missbrauchten: Urlaubsplanung, Präsentationen, E-Mail-Organisation, sogar … Weiterlesen …

KI drängt ins Gesundheitswesen: OpenAI und Anthropic starten Healthcare-Offensive

Innerhalb von fünf Tagen haben OpenAI und Anthropic ihre Healthcare-Produkte vorgestellt. Die zeitliche Nähe ist kein Zufall – beide Big Player positionieren sich gleichzeitig in einem Markt, der massive Probleme hat und nach Lösungen sucht. Über 40 Millionen Menschen nutzen ChatGPT bereits täglich für Gesundheitsfragen. Jetzt wird aus informeller Nutzung ein formales Geschäftsfeld. OpenAI: Zweispurig ins Gesundheitswesen OpenAI hat am 7. Januar ChatGPT Health für Endnutzer gestartet – ein separater Tab in ChatGPT, in dem Nutzer Gesundheitsdaten aus Apps wie Apple Health, MyFitnessPal oder ihren elektronischen Patientenakten verbinden können. Das System analysiert Laborwerte, erklärt Testergebnisse und hilft bei der Vorbereitung auf Arztgespräche. Einen Tag später folgte OpenAI for Healthcare – die Enterprise-Variante für Krankenhäuser, Versicherungen und Forschungseinrichtungen. Bereits aktiv bei Institutionen wie Boston Children’s Hospital, Cedars-Sinai und Stanford … Weiterlesen …