Das Vorzeichen-Problem: Was KI wirklich mit Jobs macht

Oracle entlässt Tausende – wegen KI. Block entlässt 40 Prozent seiner Belegschaft – wegen KI. Atlassian entlässt 10 Prozent – wegen KI. Drei Schlagzeilen aus den letzten Wochen, die alle dasselbe Label tragen und drei fundamental verschiedene Dinge beschreiben. Das ist das Problem. Die gesellschaftliche Debatte über KI und Jobverdrängung leidet an einer Begriffsunschärfe, die echtes Verstehen verhindert. Wer nur die Schlagzeilen liest, bekommt entweder Untergangsszenarien oder Beschwichtigungen – je nach Quelle. Beides verzerrt. Deshalb schaue ich mir die Zahlen an, trenne die Phänomene, und stelle dann die eigentlich unbequeme Frage: nicht ob die Kurve kippt, sondern wann. Drei Entlassungswellen, drei verschiedene Logiken Oracle plant nach übereinstimmenden Berichten von Bloomberg und Fortune zwischen 20.000 und 30.000 Entlassungen – etwa 12 bis 18 Prozent der Belegschaft. Der Grund: Oracle … Weiterlesen …

Eine Milliarde gegen den Strom – und wer wirklich wegen KI seinen Job verliert

LeCun verlässt Meta – und setzt eine Milliarde dagegen Yann LeCun, Turing-Preisträger und jahrelang Chefwissenschaftler bei Meta, hat nach seinem Abgang Ende 2025 offiziell seine neue Firma AMI Labs (Advanced Machine Intelligence) vorgestellt – und direkt 1,03 Milliarden Dollar eingesammelt. Bei einer Vorab-Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar. Es ist die größte Seed-Finanzierungsrunde, die Europa je für ein KI-Startup gesehen hat. Was AMI bauen will, ist keine weitere LLM-Variante. LeCun hat seit Jahren öffentlich argumentiert, dass Large Language Models – also die Architekturen, auf denen ChatGPT, Claude und Gemini basieren – strukturell ungeeignet für echte Intelligenz sind: zu eindimensional, zu wenig in der Realität verankert. AMI setzt stattdessen auf sogenannte World Models: KI-Systeme, die physikalische Zusammenhänge verstehen, die vorhersagen können, was als Nächstes passiert, die aus Kamera- und Sensordaten … Weiterlesen …