Im Labor, im Büro, im Spiegel

Drei Geschichten aus dieser Woche. Keine davon ist so laut wie der Stanford AI Index, aber zusammen zeichnen sie ein Bild davon, wo KI gerade tatsächlich landet: in der Wissenschaft, in Unternehmen und in der Frage, was eine Person eigentlich noch bedeutet. Im Labor: OpenAI benennt ein Modell nach Rosalind Franklin Am 16. April hat OpenAI GPT-Rosalind vorgestellt, das erste Modell aus einer neuen Reihe, die gezielt für Biowissenschaften und Medikamentenentwicklung gebaut ist. Genomik, Proteinstruktur, Biochemie, molekulares Klonieren. Das Modell ist auf 50 der häufigsten biologischen Forschungsabläufe trainiert und hat Zugriff auf über 50 öffentliche wissenschaftliche Datenbanken. Auf dem BixBench, einem Benchmark für echte bioinformatische Aufgaben, hat es laut OpenAI besser abgeschnitten als alle bisher veröffentlichten Modelle. Der Zugang ist bewusst eingeschränkt: Nur qualifizierte Enterprise-Kunden in den USA … Weiterlesen …

Davos, $350 Milliarden und die ersten Risse: KI-Woche im Realitätscheck

Die vergangene Woche brachte große Ansagen in Davos, absurde Bewertungen bei Anthropic und die ersten sichtbaren Risse im KI-Hype. Was mich daran interessiert: Nicht die einzelnen News, sondern was sie zusammen zeigen – dass 2026 das Jahr wird, in dem sich die Versprechen beweisen müssen. Davos: Wenn AGI-Prognosen konkret werden Elon Musk hat in Davos gesagt, AGI – also künstliche allgemeine Intelligenz, ein System das auf menschlichem Niveau in allen kognitiven Bereichen operiert – könnte Ende 2026 erreicht sein, spätestens 2027. Das ist keine vage Zukunftsvision mehr. Das ist eine Behauptung, die sich in zwölf Monaten überprüfen lässt. Demis Hassabis, einer der einflussreichsten KI-Forscher weltweit und Chef von Google DeepMind, war deutlich nüchterner. Seine Einschätzung zu China: Chinesische KI-Systeme liegen etwa sechs Monate hinter westlichen Modellen und hätten … Weiterlesen …